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COVID-19-Tests nur mit Googlemail-Konto und Smartphone ODER Warum "Digitales" und "Patientendaten(schutz)" MEZIS-Themen sind  


Beiträge: 8
Admin
(@nis-2015)
Mitglied
Beigetreten: vor 5 Jahren

Anlässlich unser Kritik bezüglich des fehlenden Patientendatenschutzes bei der Corona-Warn-App (die inzwischen meines Erachtens gefloppt ist) hatten einige Mitglieder kritisiert, dass diese Themen keine MEZIS-Themen seien.

Ich würde diese wichtige Diskussion gerne hier im Forum mit euch fortführen und habe als Einstieg einen Bericht über die USA angefügt. Er beschreibt Googles Strategie über Covid-Tests im Auftrag amerikanischer Landkreise an begehrte Patientendaten zu gelangen. Neben der Eingangsvoraussetzung "Googlemail-Konto und Smartphone" muss jeder Teilnehmer chronische Krankheiten offenlegen, und dann zustimmen, dass die verpflichtend preisgegebenen Gesundheitsdaten auch an ungenannte Vertragspartner, Regierungsstellen und "andere Einrichtungen, die das Testprogramm unterstützen" weitergegeben werden dürfen. Wer das verweigert, bekommt über Verilys (eine Google-Tochter) Plattform einfach keinen Termin.

Hier der Artikel: https://www.heise.de/meinung/COVID-Tests-Google-Schwester-Verily-ignoriert-Lebensrealitaet-Armer-4941959.html

Für mich ist die Googles (=Facebooks, =Apples, =Microsofts) Strategie des Überwachungskapitalismus auch in diesem Artikel klar ersichtlich: "Ich gebe Dir einen billigen Test, dafür gibst Du mir Deine Gesundheitsdaten (und Du mußt natürlich auch Kunde werden)". Beliebig fortsetzbar mit allen Google/Apple/Microsoft-Angeboten: "Ich gebe Dir gratis ein Betriebssystem für Dein Handy, dafür darf Dein Handy fast alle Deine Daten minütlich an mich zurückfunken."

Was hat das denn nun mit MEZIS zu tun?

Google liebt Gesundheitsdaten, weil sie wertvoll sind und sich nur langsam ändern (einmal Diabetes-Diagnose=immer Diabetes). Google verkauft diese angereicherten Datenprofile an alle, die dafür bezahlen und das fast in Echtzeit. Also an Versicherungen, Bonitätsprüfer aber eben auch Pharma-Firmen und deren Werbeunternehmen, die somit zielgerichtet Werbung für deren Produkte schalten können. Das Gleiche gilt natürlich auch für die zielgerichtete und punktgenaue Beeinflussung von Ärzten z.B. über "Ärztenetzwerke", Online-Plattformen, CME-Fortbildungsportale und natürlich soziale Medien.

Der Cambridge-Analytica-Skandal hat gezeigt, was sich schon mit banalen Datensammeleien erreichen lässt (Brexit und Trumps Wahl!). Gesundheitsdaten sind einer der wertvollsten Rohstoffe für den Überwachungskapitalismus (auf dem Datenschwarzmarkt z.B. bis zu 10x mehr wert als Kreditkartennummern).

Hier noch mehr Hintergründe: https://mezis.de/digital-souveraene-praxis/

Niklas Schurig

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